Fast gar nicht platt: Jason Segel und Emily Blunt sind "Fast verheiratet"

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Jason Segel ist einer dieser Männer, die mit ihrer eigenen Weichheit kokettieren, das macht sie verletzlich. Und ist zugleich eine gute Basis für eine Hollywood-Karriere. Denn dort, wo gewöhnlich das Macho-Bild stereotyper Übermänner dominiert (von Brad Pitt bis Tom Cruise), nehmen die Softies aus Hollywood eine Nische in Beschlag, in die vorwiegend weibliche Kinobesucher ihre Dollars tragen.


Emily Blunt und Jason Segel geben sich das
Ja-Wort. Irgendwann mal. (Foto: Universal Pictures)
Jason Segel weiß das, und deshalb macht der Schauspieler, den man aus dem TV-Hit „How I Met Your Mother“ kennt, auch gerne romantische Komödien, in denen er nicht selten als Loser da steht. Entweder halb nackt, oder in dummen Kostümen, oder beides. Segel, im Umfeld von Judd Apatow groß geworden, schreibt sich diese Rollen selbst in seine eigenen Drehbücher, wie aktuell in „Fast verheiratet“, eine rundum geglückte Komödie, die haarscharf am Slapstick operiert, um zugleich auch in intelligenter Weise von Beziehungs(um)wegen zu erzählen, in denen sich die Protagonisten verirren.
Segel spielt den Koch Tom, der seiner Freundin Victoria (Emily Blunt) gleich zu Beginn des Films einen Heiratsantrag macht. Normalerweise ist diese Szene das Ende jeder kitschbeladenen Rom-Com, doch Segel erzählt nun, wie es nach dem Antrag weitergeht. Die geplante Hochzeit wird wieder und wieder verschoben, das hat Job-Gründe, aber auch privat gibt es irgendwie Bammel vor dem Ja-Wort. Fünf Jahre lang verschleppen die beiden ihren Trautermin, und auf diesem Weg stehen viele Höhen und Tiefen.
Segel, der Drehbuchautor, füllt seine Geschichte mit unzähligen großen und kleinen Einfällen, die bis zum Background-Dekor reichen. Da stehen dann Weisheiten wie „Save a cow. Eat pork“ an einem Restaurant im Bildhintergrund, und genau diese Art von Humor trägt Segel über weite Strecken durch eine turbulente, aber niemals platte Komödie. Für Segel, den Schauspieler, ist die Interpretation seiner Gags keine Mühe, denn er weiß, was er kann. Und auch sein Gegenüber Emily Blunt erweist sich als herzlich-charmante Partnerin mit Humor.
Natürlich muss ein Hollywood-Film über Beziehungen genrekonform zu Ende gehen, und auf dem Weg dorthin schuldet Segel seinem Publikum etliche zugängliche Plot-Twists, die „Fast verheiratet“ mehrheitsfähig halten. Dennoch hat Freude, wer hier lieber zwischen den Zeilen liest, anstatt immer bloß dem Augenfälligsten zu folgen.

– Matthias Greuling

Urteil: TOP

FAST VERHEIRATET (USA 2012). Originaltitel: The Five-Year Engagement – Regie: Nicholas Stoller – Darsteller: Emily Blunt, Jason Segel, Alison Brie, Rhys Ifans
Ab 13.7. in den österreichischen Kinos

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