Runner Runner hat schlechte Karten

FLOP
Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied – davon ist der Princeton-Student Richie Furst (Justin Timberlake) überzeugt. Weshalb er zwecks Aufstellung seiner Studiengebühren auf einer Online-Pokerseite spielt – und am Ende ganz ohne Kohle dasteht. Für Richie ist aber klar: Auf dieser Website geht es nicht mit rechten Dingen zu, die Spieler werden systematisch abgezockt. Mit dieser Erkenntnis reist er nach Costa Rica, wo der Website-Betreiber und Casino-Guru Ivan Block (Ben Affleck) zuhause ist. Furst konfrontiert Block mit seinen Entdeckungen – und bekommt von ihm einen lukrativen Job angeboten.
Von nun an ist Furst die rechte Hand des Casino-Millionärs und erledigt für ihn nicht nur angenehme Angelegenheiten: Die örtlichen Behörden wollen geschmiert werden, denn astrein ist Blocks Imperium nicht; auch das FBI ist in Costa Rica schon hinter Block und Furst her, jedoch ohne Handhabe: Sie dürfen die beiden außerhalb der USA nicht festnehmen. Bald schon entdeckt Furst die wahren Dimensionen von Blocks Geschäften und plant seinen Ausstieg – was alles andere als leicht zu werden scheint. Denn Block hat Furst für eine ganz besondere Rolle vorgesehen.
„Runner Runner“ (Foto: Fox)
Brad Furman hat „Runner Runner“ als relativ simpel gestrickten Gambler-Thriller angelegt, ohne allzu tief in die Materie des Glücksspiels einzutauchen. Denn das ist hauptsächlich das Problem solcher Filme: Wenn die Regeln eines Glücksspiels erst erklärt werden müssen, kommt schnell Langeweile auf; „Runner Runner“ fokussiert daher mehr auf die kriminellen Machenschaften seiner Protagonisten, langweilt aber trotzdem. Timberlake und Affleck, zunächst als kongeniales Duo, später als Opponenten, sind darstellerisch weit entfernt von ihrer Bestform. Auch krankt es an der Dramaturgie: „Runner Runner“ wirkt erzählerisch strukturlos und lückenhaft, als hätte man große Teile der Handlung gekürzt oder entfernt. In der Pokersprache würde das Urteil wohl lauten: Keine Hand, mit der sich ein Pot gewinnen ließe.
Matthias Greuling

RUNNER RUNNER – ab 18.10. im Kino
USA 2013. Regie: Brad Furman. Mit Ben Affleck, Justin Timberlake, Gemma Arterton
Dieser Beitrag ist auch in der Wiener Zeitung erschienen.
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