VIENNALE: Jackie Stewart und Roman Polanski feiern das WEEKEND OF A CHAMPION

„Weekend of a Champion“ (Foto: Viennale)

Renn-Filme sind derzeit sehr in Mode, das zeigt der Erfolg des gerade in den Kinos laufenden Dramas „Rush“, das die Rivalität zwischen Niki Lauda und James Hunt während der WM 1976 verhandelt. Auch Regisseur Frank Simon spürt alten Rennfahrer-Legenden nach, allerdings in einer besonderen Konstellation. Seine Doku „Weekend of a Champion“ stellte er beim Filmfestival in Cannes im Mai dieses Jahres vor. In dem Film spielt Roman Polanski eine entscheidende Rolle: 1971 besuchte der Motorsportfan Polanski den damaligen Formel-1-Champion Jackie Stewart für ein Wochenende beim Grand Prix von Monte Carlo. Polanski war mit seiner Kamera damals backstage bei allen wichtigen Events dabei und warf so einen detaillierten Blick hinter die Kulissen des Formel-1-Zirkus der 70er Jahre. 40 Jahre später treffen sich Polanski und Stewart erneut – vor der Kamera von Frank Simon. Sie reflektieren über die damalige Zeit und wohin sich die Faszination für Autorennen entwickelt hat.
„Ich war damals mit Jackie befreundet und wollte einen Film über diese Freundschaft drehen“, sagt Polanski. „Jackie Stewart ist noch dazu ein begnadeter Techniker, der einem die kompliziertesten Dinge über die Formel 1 auf eine verständliche Weise näherbringen kann. Außerdem finde ich es faszinierend, wie er seine ganz persönlichen Fahrer-Geheimnisse verrät“.
Als Polanskis Doku 1972 bei der Berlinale uraufgeführt wurde, waren On-Board-Kameras, wie sie heute in der Formel-1 Standard sind, noch unbekannt. Polanski aber experimentierte schon damals mit der Technik: „Das waren seinerzeit noch einzigartige Aufnahmen, die keiner hatte. Heute ist das ja nichts Besonderes mehr, aber damals hatten wir echt einen Knüller“.
Jackie Stewart sah sich während seiner Karriere als Unterhalter für das Publikum. „Weekend of a Champion“ zeigt ihn daher auch als wagemutigen Mann, der davon überzeugt war, dass die Zuschauer von der Formel-1 vor allem Blut und Gewalt erwarteten. „Er war so eine Art Rockstar“, sagt Polanski. „Aber er war auch sehr diszipliniert und ein Champion der Sicherheit. Damals waren die Sicherheitsstandards bei den Rennen nicht so hoch wie heute. Ein Fahrer hatte statistisch gesehen in einer fünfjährigen Fahrerkarriere nur eine 30-prozentige Überlebenschance“.

Matthias Greuling

28.10., 20.30, Gartenbau
29.10., 11.00, Stadtkino im Künstlerhaus

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